Unser Start-up Juicify: Die THG-Prämie, aber schnell und einfach

Wie aus „Lass’ mal eine Website dafür machen“ ein Start-up der Diersch & Schröder-Gruppe mit deutschlandweiten Ambitionen wurde


Juicify – Saft laden. Wir haben nicht lange für die Namensfindung gebraucht. Es soll schnell, modern, bunt, plakativ werden“, erzählen Jan-Lucca, Steffen und Alex aus der Unternehmensgruppe Diersch & Schröder. „Juicer“ nennen sich die Kollegen. Sie haben ein Start-up gegründet, quasi über Nacht. Das Ziel: Die THG-Prämie für E-Fahrzeughalter viel einfacher und schneller zugänglich machen. Damit wollen sie nicht weniger als den Transformationsprozess hin zur nachhaltigen Mobilität anstoßen. Warum es schnell gehen musste und wieso Atze Schröder so gut zu dem Trio und ihrem Start-up passt, erfahren Sie hier.


Was sind die THG-Quote und -Prämie?

THG-Quote ist kurz für „Treibhausgasminderungsquote“. Sie ist eine festgelegte Quote, die Unternehmen dazu verpflichtet, Treibhausgase zu sparen – etwa indem sie nachhaltige Mobilitätsformen nutzen. So will der Staat die Unternehmen dazu animieren, mehr erneuerbare Energien zu nutzen. Seit 1. Januar 2022 profitieren davon auch private Halter von Elektroautos. Denn die, so der Gesetzgeber, tragen mit einem E-Auto bereits zur Quote bei. Sie dürfen deswegen ihren eigenen, kleinen Anteil an der THG-Quote zertifizieren lassen und dieses Zertifikat an Unternehmen verkaufen. Einfacher gesagt: 

Jeder, der sich für ein E-Fahrzeug entscheidet, kann seinen THG-Quote-Anteil an ein Unternehmen weitergeben – für ca. 300 Euro. Die genaue Summe richtet sich nach Angebot und Nachfrage.

„Es dauert sonst Monate, bis Fahrzeughalter die THG-Prämie bekommen – und das nach einem komplizierten Prozess. Die Juicify-Idee: Ein Web-Portal, bei dem es mit wenigen Klicks geht und das Geld in 5 Tagen auf dem Konto ist.“

Alex Tien, IT-Prozesse und Technik bei Juicify

Wer privat seinen Anteil an der THG-Quote verkaufen will, stößt auf bürokratische Hürden – die reißt Juicify einfach nieder

„Wir wollen die THG-Quote gewissermaßen demokratisieren, indem wir bürokratische Barrieren für die Fahrzeughalter abbauen“, sagt Jan-LuccaJan-Lucca. Und es stimmt: Was die THG-Quote angeht, haben eigentlich alle Seiten ein Interesse an einer Bündelung. Theoretisch könnte zwar auch jeder einzelne Privatbesitzer eines E-Autos selbst sein THG-Zertifikat verkaufen. Bei einem einzelnen Zertifikat ist das aber mit hohem Verwaltungsaufwand verbunden – sowohl für Behörden als auch für Käufer und Verkäufer. Dafür hatten die Gründer von Juicify eine geniale Idee: Sie übernehmen die THG-Quote vieler Privatkunden, zahlen die Prämie sofort aus und kümmern sich um alles andere gebündelt. Einfach gesagt: Juicify übernimmt die THG-Prämie des einzelnen Fahrzeughalters und geht gegen eine kleine Provision in Vorkasse. Der private Autobesitzer muss sich um nichts mehr kümmern.

Die drei Gründer haben Juicify regelrecht aus dem Boden gestampft

Wenn Ideengeber und Co-Gründer Jan-Lucca von Juicify erzählt, glühen die Augen. Alles sei sehr dynamisch, sehr getrieben gewesen – denn das Start-up sollte rechtzeitig zum Beginn der neuen gesetzlichen THG-Regelung am 1. Januar 2022 starten. Entstanden ist die allererste Idee während der Lektüre des neuen Gesetzestextes zur THG-Prämie irgendwann im September 2021. Das Potenzial dahinter war Jan-Lucca schnell deutlich: Das ist ein zusätzlicher Anreiz, E-Mobilität zu nutzen. Auch für Privatpersonen. Und es ist eine Win-Win-Win-Situation: Mit dem unbürokratischen Aufkauf von THG-Zertifikaten kann die Unternehmensgruppe Diersch & Schröder, zu der Juicify gehört, private E-Fahrzeughalter schnell finanziell entlasten und diese Zertifikate selbst für die planvolle grüne Transformation der Unternehmensgruppe nutzen.

Aus der Website-Idee wurde ein eigenes Unternehmen

Die erste Idee war kleiner. Jan-Lucca sprach Alex an, mit der Idee mal schnell eine Webseite zu bauen. So als kleines Nebenbei-Projekt unter der Überschrift: „Keep it short and simple“. Diersch & Schröder bekommt eine Webseite, eine digitale Plattform, auf der E-Fahrzeughalter sich anmelden und ihren Fahrzeugschein hochladen können. Dazu zwei bis drei kleine Werbebotschaften bei Google und fertig, so der Ursprungsgedanke. Über diese Plattform wollte Jan-Lucca möglichst viele Fahrzeughalter erreichen und die Prämie zur Verfügung stellen. Dies einmal im kleinen Kreis diskutiert, hatte Jan-Lucca sofort Alex und Steffen angesteckt. Dass auch die Unternehmensgruppe davon profitiert, verheimlicht er weder im Gespräch noch auf der Website: Die Zertifikate, die der E-Fahrzeughalter gegen die Prämie abtritt, sind wichtig für die Quote des Unternehmens. „Wir verbinden die grüne Transformation mit dem Geschäft: die Umstellung auf klimafreundliche Strukturen muss bezahlt werden.“ Aber mit der Website wurde die Projektidee plötzlich größer. Ein Logo musste her. Und eine Markenidentität. „Dann hat uns die Geschäftsführung irgendwann gesagt: Okay, wenn ihr es macht, macht es größer. Think big“, blickt Steffen zurück. Drei intensive Monate lagen zwischen Idee und arbeitsfähiger Gründung. Die Überlegung der Juicer war dann: 

Wir brauchen ein Gesicht, irgendjemanden, der Vertrauen schafft. Auch als Garantie, dass wir die THG-Prämie am Ende jedem Einzelnen fristgerecht zahlen.

Atze Schröder passt zu Juicify perfekt, weil er durch eine ähnliche Veränderung geht

Und zwar eine Veränderung, die stärker die Zukunft im Blick hat als vorher. Die auf neue Mobilität setzt, ohne Abstriche im Lebensgefühl machen zu müssen. „Atze ist einfach ein Spiegelbild zu uns. Da passte kein Tagesschau-Sprecher, kein Talkshow-Moderator. Atze polarisiert auch, aber positiv“, so Steffen. Bodenständig, aber mit viel Selbstvertrauen. Viel Energie, aber auf dem Teppich geblieben. Deutscher Mittelstand eben.

Atze Schröder hält einen grünen Ladestecker für E-Autos in der Hand

„Atze war sofort angesteckt – wir haben das Juicify-Konzept kurz vorgestellt und schon sprudelten seine Ideen aus ihm hervor.“

Jan-Lucca, Mitgründer der JUICIFY GmbH

Juicify kombiniert die THG-Prämie für E-Autohalter mit einer Unterstützung der DGzRS

Juicify, das ist im Gespräch mit dem Gründungstrio schnell klar, sieht sich als Start-up mit der besten Mischung aus unternehmerischer Verantwortung, sozialem Denken und kundenorientierter Optimierung. Alex erklärt, wie die Seenotretter – also die Deutsche Gesellschaft zu Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) – mit Juicify unterstützt werden: Für jede Privatperson sind Einkünfte aus sogenannten „sonstigen Leistungen“ steuerfrei, wenn sie weniger als 256 Euro im Jahr betragen. Deswegen können E-Fahrzeughalter alternativ die Auszahlung der ca. 300 € auf steuerfreundliche 255 Euro absenken. In dem Fall spendet das Juicify verbleibenden rund 50 Euro an die Seenotretter und verdoppelt den Betrag. Dieses Spendenmodell wird in Kürze um ein zweites Spendenziel erweitert werden. Neben dem sozialen Engagement wollen die Juicer vor allem den nachhaltigen Charakter von Juicify mit Leben füllen. 

„Das machen wir, weil wir als Diersch & Schröder aus dem Gedanken der Hanse und der Seefahrt seit Jahrzehnten mit den Seenotrettern rund um die Nord- und Ostsee verbunden sind.“

Jan Christiansen, CEO bei Diersch & Schröder GmbH & Co. KG

The Sky is the Limit: Transformation ist nicht E-Auto alleine

Der Markt für Elektrofahrzeuge wächst bundesweit, die Förderung gibt es deshalb auch bundesweit. Deswegen war es für Juicify von Anbeginn klar, dass sie an die gesamte Bundesrepublik als Markt denken, wenn sie Elektromobilität unterstützen. Letztlich braucht es jedoch nicht nur mehr E-Mobilität, sondern auch eine ganzheitliche Infrastruktur dafür, damit E-Mobilität auch mobil bleibt und nicht nach 300km Reichweite stehenbleibt. 

„Ein breites Netz aus Ladesäulen und Wallboxen, das können mittelfristig weitere Ziele von Juicify sein.“

Steffen erzählt: „Wir denken erstmal im Raum Bremen, wo unsere Wurzeln sind. Denkbar ist aber auch in der gesamten Region, später vielleicht deutschlandweit. Da bin ich auch einfach Kaufmann: Ich versuche realistisch Erfolg zu haben und das zu skalieren. Entwicklung muss bezahlt werden, da ist die Investition in eine Ladesäulen-Infrastruktur sinnvoll. Mit dem Geschäft über THG-Zertifikate können wir das teilweise gegenfinanzieren. Aber unsere Blickrichtung kann auch weiter in die Zukunft gehen. Etwa in Richtung Carsharing mit E-Autos.“ Auch das ist eine Dimension der Transformation in die Zukunft: In Ballungszentren braucht nicht jeder ein eigenes Auto.

„Wir sind mit der Dienstleistung für die THG-Prämie angetreten als Single-Product-Unternehmen. Aber das muss nicht so bleiben.“

Steffen Koplin, Projektleiter und Head of M+A

Hürden bei der Gründung? „Wir haben Feuer gelegt!“ sagen die Gründer

Natürlich gab es Fallstricke. Deutschland ist nicht bekannt für eine besonders unbürokratische Gründungskultur. Wenn man Alex fragt, wie es trotzdem so schnell ging, lacht er: „Wenn du eine richtig gute Idee hast, steckst du Leute damit an – auch in den Ämtern, dort haben wir das Feuer für unsere Idee gelegt.“ Und auch innerhalb der Unternehmensgruppe Diersch & Schröder hat das Feuer der Idee zu erstaunlich kurzen Entscheidungsfindungen beigetragen, so erzählt Jan-Lucca. Noch etwas schneller ging es im Projekt-Team mit einfachen demokratischen Mitteln: „Bei schweren Entscheidungen haben wir abgestimmt. Wenn zwei dafür waren und nur eine Gegenstimme da war, haben wir es umgesetzt. Dem Tempo des Projektes zuliebe.“ Gleichzeitig habe man darauf geachtet, exakt alle Vorgaben einzuhalten, alle Prozesse schnell und sauber zu gestalten, um Verzögerungen zu vermeiden. Der Funke der Begeisterung ist schnell auf die Gründerfamilie von Diersch & Schröder übergegangen. Denn langfristig ist es für traditionsreiche Unternehmen unverzichtbar, die grüne Mobilität mitzugestalten. Das ist der Antrieb: die Transformation tagtäglich und Schritt für Schritt voranzutreiben. Juicify ist ein Schritt, der diesen Wandel auch erlebbar macht.

„Der Name Juicify nimmt bewusst keinen Bezug auf E-Mobilität. Aktuell liegt der Fokus im Privatnutzer-Segment auf der E-Mobilität. Der Juice der Zukunft könnte sich aber genauso zu synthetischen Kraftstoffen (E-Fuels), zu grünem Methanol oder grünem Ammoniak auf Basis von Brennstoffzellen weiterentwickeln. Wir müssen wachsam, flexibel und innovativ sein.“

Steffen Koplin, Projektleiter und Head of M+A bei Diersch & Schröder GmbH & Co. KG

Gründergeister, Ausprobierer und Energie- und Chemie-Neuerfinder formen die Welt von morgen.

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